Das Schloss – Geschichte
Am Ursprung der Zeit, auf einem Hügel zwischen den Tälern Südtirols, begannen sich die ersten Fäden einer bis heute ununterbrochenen Geschichte zu verweben. Seit über viertausend Jahren wird dieser Ort bewohnt, durchquert und verwandelt – ein Ort der Begegnung, lange bevor er zur Grenze wurde.
Aus dieser tiefen historischen Schichtung entstand Castel Badia, auf Deutsch Sonnenburg – ursprünglich als Ort der Gerichtsbarkeit gedacht.
Im 11. Jahrhundert erhielt die Anlage unter Graf Otwin von Lurngau jene Form, die sie bis heute prägt, und nahm bereits im Mittelalter eine zentrale Rolle für die umliegenden Täler ein. Sein Sohn Volkhold veränderte ihr Schicksal grundlegend und machte sie zum ersten Benediktinerinnenkloster des historischen Tirols.
Was hier entstand, war keine gewöhnliche Abtei. Sie wurde von gebildeten, selbstständigen Äbtissinnen geführt, tief verwurzelt in der Welt außerhalb der Mauern. Maria Antonia Mörlin, genannt MAMA, hinterließ ihre Signatur in den Wänden des Schlosses – bis heute sichtbar. Im 15. Jahrhundert verteidigte Verena von Stuben die Unabhängigkeit der Abtei mit Entschlossenheit und Widerstandskraft, auch gegenüber dem Bistum.
Die Zeit brachte Wandel, Konflikte und neue Kapitel. Nach dem Brand von 1598 und Jahren der Umgestaltung wurde das Kloster 1785 aufgelöst. Die Räume leerten sich, die Natur kehrte zurück, die Geschichte wurde zum Echo.
Mitte des 20. Jahrhunderts erweckte die Familie Knötig das Schloss neu und machte es zu einem Ort der Gastlichkeit-eine natürliche Bestimmung für einen Ort, der über Jahrhunderte so viele Leben beherbergt hatte. Heute öffnet sich ein weiteres
Kapitel, in dem Gegenwart und Vergangenheit in einen stillen Dialog treten.